Rezension: Uketsu, Hen Na Ie - Das seltsame Haus. Aus dem Japanischen von Heike Patzschke. Lübbe Verlagsgruppe, Köln 2025
Verwunschenes Haus mal anders
Schaust du gerne Grundrisse und Pläne von Häusern an? Dann bist du hier richtig. Dieser Text ist in zweifacher Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen ist er als Dialog aufgebaut. Ein junger Autor bekommt einen Anruf von einem Bekannten, der beim Hauskauf stutzig geworden ist. Irgendetwas scheint mit dem Plan des Objekts ganz und gar nicht zu stimmen. Ist da ein verborgener Raum ohne Zugang eingezeichnet? Außerdem gibt es ein Zimmer ohne Fenster, das nur über eine Art Sicherheitschleuse mit zwei Türen zugänglich ist.
Architektur hat immer etwas mit sozialen Strukturen zu tun, hat man irgendwann mal gelernt - wie Räume gestaltet werden, hat immer auch eine spezifische Bedeutung.
Die zweite ungewöhnliche Ebene des Buches kommt hier ins Spiel: Das Haus wird nicht nur beschrieben, der Grundriss wird auch abgebildet und mittels verschiedener Theorien und Grafiken nähert man sich dem Zweck der eigenartigen Räume an, der denkbar sinister ist. Es kommt auch zu Tage, dass es ein zweites, ähnlich konzeptualisiertes Haus gibt, die Pläne werden mehr und mehr. Ein dichtes Geflecht aus Mordkomplotten, dunklen Ritualen und einem Machtkampf in der Familie kommt zu Tage, das schauriger nicht sein könnte. Zwischendurch habe ich zwar ab und an den Faden verloren, aber die abgebildeten Hauspläne sind ein guter Anker.
Fazit
Unterhaltsamer Gruselspaß mit einer kleinen Warnung: Solltest du auf Wohnungssuche sein, vielleicht nicht lesen - sonst wird man vielleicht beim Grundrisse-Studieren ein wenig paranoid.