Judy in the Sky forever im September 2026
Trauerritual
Oft wird darüber geklagt, dass für gemeinsames Trauern und Erinnern im modernen Leben wenig Zeit bleibt. Umso schöner finde ich es, dass wir in diesen schönen Herbsttagen in einer kleinen Gruppe von Freund:innen noch einmal Zeit gefunden haben, ein gemeinsames Erinnerungsritual für Judith Schoßböck zu feiern. Eines, das ganz eigenen Gesetzen folgt, und nichts mit Religion im formalen Sinn zu tun hat.
Tod und Erinnerung
Judith Schoßböck starb am 10.12.2024 wegen ME/CFS und schweren Begleiterkrankungen durch assistierten Suizid. Diesen Schritt hat sie lange vorbereitet und vieles bewusst geplant, auch was nach ihrem Tod geschehen sollte. Sie hat eine lange Liste mit Wünschen hinterlassen, unter anderem Pläne und Ideen für ein Abschieds-Fest für all ihre Freund:innen.
Burning Ferk Urne by Matthias Mollner
Bei diesem Fest gab es verschiedene Rituale, Kunstinstallationen und Ideen, die das Abschiednehmen in eine Form fassen sollten. Die Burning Ferk Urne wurde von Matthias Mollner aus Metall gefertigt. Alle Gäste konnten Briefe und letzte Worte an Judith schreiben, sie wurden gesammelt und im September 2025 verbrannt. Die Asche sollte in der Skulptur verbleiben, die dann zugeschweißt und neu lackiert wurde.
Einweihung
Die Skulptur hat nun einen Standort im Garten von Matthias# Elternhaus im Waldviertel gefunden. Mit einem kleinen Ritual wurde sie eingeweiht. Umgeben von der wunderbaren Hügellandschaft entfaltete sich die Magie des gemeinsamen Feierns, die Judith ihr ganzes Leben so gut zu inszenieren wusste. Ganz ohne genauen Plan wurden ein paar Lieder gesungen, ein Feuer angezündet, Seifenblasen stiegen in den Himmel. Ein Schwarm Vögel ließ sich in einem Baum nieder, der Vollmond stieg am Himmel empor.b